Versicherungsmakler

Was Verbraucher über Versicherungsmakler wissen müssen

Versicherungsmakler verdienen, wie auch Versicherungsvertreter, überwiegend am Neuabschluss eines Versicherungsvertrages. Entscheidet der Verbraucher sich für ein Produkt, nimmt der Versicherungsmakler den Antrag auf und reicht ihn bei der Versicherungsgesellschaft ein. Von dieser wird er in Form einer Provision bezahlt. Da liegt schnell der Gedanke nahe, dass Beratung und Verkauf sich nicht nach dem Kundenbedarf, sondern nach Provisionsgesichtspunkten richten. Andererseits ist zu beachten, dass die aktuelle Gesetzgebung gerade vorsieht, dass die Tätigkeit des Maklers immer mit einer Vermittlungsabsicht verbunden ist. Rein beratende Tätigkeiten, insbesondere im Sinne einer Rechtsberatung, sind ihm nicht erlaubt. Ideal für den Verbraucher ist deshalb eine Kooperation von Versicherungsmakler und Versicherungsberater.

Erstinformation ist das A und O

Wer heute als Versicherungsmakler arbeiten möchte, muss einen Sachkundenachweis erbringen und bei der zuständigen IHK eine Zulassung beantragen. Dafür benötigt er eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, mit der Schäden aus Pflichtverletzungen dem Verbraucher gegenüber abgesichert werden. Wie bei einem Anwalt, Steuerberater oder Architekt. Außerdem muss der Makler seinem Kunden, also dem Verbraucher, mitteilen, ob ein Versicherungsunternehmen beim Makler oder der Makler bei einem Versicherungsunternehmen mit mehr als 10% beteiligt ist.

Als Verbraucher erkennen Sie daran die möglichen Produkt-, Beratungs- und Verkaufsinteressen des Maklers und können daraus möglicherweise schon ableiten, ob Sie sich von dieser Person beraten lassen möchten.

Vorsicht: Legal, aber trickreich, sind Beteiligungen von Versicherungsgesellschaften mit 9% an einem Vertrieb. Diese müssen im Rahmen der Erstinformation dem Verbraucher gegenüber nicht genannt werden. Deshalb: Fragen Sie als Verbraucher einfach direkt, wer beteiligt ist und zu wie viel Prozent.

Ich empfehle Ihnen: Werfen Sie vor einer Kontaktaufnahme zunächst einmal einen Blick auf die Internetseite des Versicherungsmaklers. Im Impressum oder manchmal auch einer gesondert aufgeführten Erstinformation finden Sie die wichtigsten Rahmeninformationen und können sich schon einmal orientieren.

So muss ein Versicherungsmakler beraten

Der Versicherungsmakler ist Auge und Ohr des Verbrauchers, man bezeichnet ihn auch als Sachwalter des Kunden.

Er ist verpflichtet, die Wünsche und Bedürfnisse des Verbrauchers aufzunehmen und die Produkte am Markt daraufhin zu überprüfen, welche am Besten zum Kunden passen. Dabei muss er Produkte verschiedener Gesellschaften vergleichen.

Ein Versicherungsmakler präsentiert dem Verbraucher das Ergebnis seiner Recherchen, erklärt Risiken und Nebenwirkungen der Produkte. Er muss seinen Rat schriftlich begründen und über das Beratungsgespräch eine Dokumentation fertigen. Die Beratungsdokumentation ist dem Verbraucher am Ende der Beratung auszuhändigen.

Vorsicht: Verzichten Sie nicht auf die Beratungsdokumentation. Nach dem Gesetz soll der Verzicht darauf die absolute Ausnahme sein, in der Praxis wird das von schwarzen Schafen gerne eingesetzt, um die Beratungs- und Dokumentationspflichten zu umgehen. Sie verlieren durch den Verzicht wertvolle Rechte.

Unterschiede zum Versicherungsvertreter und Versicherungsberater

Übrigens: Sämtliche Videos erscheinen über den YouTube-Kanal der KVpro.de GmbH, deren Geschäftsführer ich bin. Mehr dazu erfahren Sie auf meiner Seite Über mich.

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